25. September 2018

BR 163: 1’850 Kilometer und 5’000 LKW-Begegnungen

Dusty Drive on the BR 163

In Brasilien sind rund 1.8 Mio. LKW zugelassen. Mindestens fünftausend davon haben wir auf der Fahrt nach Santarém, auf der BR 163, gekreuzt, überholt oder am Strassenrand liegen sehen. Meistens fahren die Chauffeure zu zweit, damit sie sich auf der langen Strecke helfen können, falls eine Panne passiert. Reifenwechsel sind bei diesen 26 Meter langen Fahrzeugen mit bis zu sieben Achsen keine Seltenheit. So ein Lastzug hat 34 (!) Räder.

Die BR 163 ist nur zum kleinsten Teil asphaltiert. Oft sind mehr Löcher – bis 30 cm tief – als Asphalt zu sehen. Wenn die Strecke schwierig ist, z.B. bei Steigungen, haben die Strassenbauer ganz auf Asphalt verzichtet. Meistens besteht der Untergrund aus Erde, die täglich von Tausenden von Rädern gemahlen wird. Fährt man in der Staubwolke hinter einem Camion, ist die Sicht auf zwei Meter beschränkt. Man tut also gut daran, ihn zu überholen sobald man genügend Sicht hat. Dann heisst es Scheinwerfer einschalten, hupen und hoffen, dass der Lastwagen während des Überholmanövers nicht plötzlich nach links ausschert. Zur Ehre der Chauffeure sei gesagt, dass sie meistens rücksichtsvoll fahren und einem auch auf der rechten Seite überholen lassen, wenn es auf der linken nicht geht. Doch kaum hat man den einen Camion überholt, steht man hinter dem nächsten – Sisyphus lässt grüssen!

Am Rande der BR 136 stehen riesige Tafeln, die Werbung für Syngenta oder Monsanto machen. Aufgefallen ist uns auch eine Werbetafel für ein Krematorium. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass das Ausbringen von Gift eine nicht ungefährliche Sache ist? Das wird oft mit speziellen Flugzeugen gemacht, die die riesigen Felder aus der Luft besprayen.

Wir waren froh, als wir am 24.9.2018 in Santarém ankamen, wo die BR 163 endet. Ein zweites Mal fahren werden wir sie nicht! Und wir haben Bedauern mit den Chauffeuren, die, kaum kommen sie in Santarém an; sich wieder auf den Rückweg machen müssen!