27. April 2018

Einfach mal nur plantschen!

Termas Geometricas

Nach all dem, was uns in den letzten Wochen zustiess, brauchten wir dringend ein bisschen Entspannung. Wir wissen unterdessen, dass es auf einer Reise drunter und drüber gehen kann; doch einen Überschlag haben wir noch nicht erlebt. Und wir hoffen auch, dass wir keinen mehr erleben. Auf jeden Fall haben wir bei unseren Schutzengeln ein Mehrjahres-Abo abgeschlossen – sicher ist sicher!

Auf der Strecke nordwärts und beim Lesen im Lonely Planet (ohne Reiseführer gehen wir nicht auf eine Reise!) stach Brigitta der Beschrieb einer aussergewöhnlichen Therme in die Augen, die den Namen «Termas Geometricas» trägt. Ein seltsamer Name, doch die Beschreibung im LP und die Empfehlungen von anderen Reisenden waren so positiv, dass wir beschlossen einen Abstecher zu diesen Thermen zu machen.

Es war ein trüber, regnerischer und kalter Tag, als wir am 26.4.2018, um 11 Uhr, vor dem Eingang der Therme parkierten. Genau richtig, um ein paar Stunden im 35° bis 45 ° heissen Wasser zu plantschen. Wir waren die ersten und blieben auch die einzigen bis zwei Stunden später noch ein paar chilenische Pärchen eintrafen. Die Therme, konzipiert vom Architekten German del Sol, liegt in einer engen Felsenschlucht und in einem Gebiet, das von Vulkanen geprägt wird. (Von Villarrica aus sieht man bei schönem Wetter sieben Vulkane – wir haben knapp einen gesehen!). Die einen oder andern speien hin und wieder auch Feuer, Asche und heisse Magma. Und sie heizen unterirdisch das Wasser auf über 70° Grad, bevor es bei der Therme gefasst, mit Flusswasser gemischt und auf für Badegäste erträgliche 35° bis 45 ° Grad gekühlt wird.

Betritt man die Therme, dann kommt man sich nach Japan versetzt vor. Wie dort herrschen auch hier die beiden Komplementärfarben Rot und Grün vor. Saftig grün präsentiert sich die schmale Schlucht, in der riesige Farne und Rhabarberstauden wachsen von denen das Wasser tropft. Rot schlängeln sich die Stege, die die Becken verbinden – insgesamt sind es über zwanzig –  durch das satte Grün. Und rot sind auch die Umkleidekabinen. Das Ganze wirkt wie ein japanisches Gesamtkunstwerk! Wir genossen es für einen guten halben Tag. Dass dieser regnerisch-kühl und grau war, machte das Erlebnis noch schöner.

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