10. Dezember 2018

EINFACH «HÄRZIG»

Baby Elephant Seal and Baby King Penguins

6.12.2018, an Bord der Ocean Adventurer; im Süd-Atlantik: Wir befinden uns auf hoher See und pflügen mit 15 Knoten in Richtung Falkland-Inseln. Dorthin allerdings wollen wir nicht – unser Ziel ist Ushuaia. Aber ein Sturmtief über dem Südatlantik, das in den nächsten Tagen durch die Drake Passage fegen wird, liess den Kapitän die Route ändern. So fahren wir einen grossen Bogen, um dem Sturm auszuweichen. Wir brauchen für diesen Umweg mehr Zeit und verliessen deshalb South Georgia einen halben Tag früher als geplant.

Als Trost für die frühere Abreise wurde uns so quasi als «Dessert» Gold Harbor serviert. Dort nisten rund 25’000 Königs-Pinguine. Auch wenn wir unterdessen schon viel davon gesehen haben, ist es immer wieder ein Erlebnis, auf Tuchfühlung mit diesen eleganten Schwimmern und weniger eleganten «Fussgängern» zu gehen. Die braun gefiederten und aufgeplusterten Jungpinguine sind uns ans Herz gewachsen. Sie stehen für Stunden im Nieselregen oder im kalten Wind und warten geduldig auf die Rückkehr der Eltern, die ihnen Futter bringen. Kehren diese vom Fischfang nicht zurück, dann endet das Leben der jungen Pinguine bevor es richtig begonnen hat.

Ein besonderes Erlebnis waren an diesem Tag jedoch die jungen Elephant Seals, die mit ihren runden Glupschaugen in die Welt schauen. Sie wurden erst vor kurzem entwöhnt und sind immer auf der Suche nach einer Stelle, wo sie andocken können. Das kann der Stiefel eines Besuchers sein. Oder das Bein eines Stativs. Oder ein Sack, in dem unsere Rettungswesten aufbewahrt werden. Es wird uns immer wieder eingebläut, dass wir Distanz zu den Tieren wahren müssen! Doch was macht man, wenn die Tiere unsere Nähe suchen? So wie hier auf Gold Harbor!