1. Juni 2018

Abfall wohin das Auge blickt!

Chile: Waste wherever the eye looks

Nicht alles ist schön, was man auf Reisen zu sehen bekommt. Wenn man aus Europa (und aus der sauberen Schweiz!) kommt, dann fällt Reisenden bald einmal auf, dass die Chilenen eine komplett andere Einstellung zur Abfallentsorgung haben als wir! Hier wird die Natur als grosser Abfalleimer missbraucht.

Wir geben es gerne zu: Es fällt uns schwer, über diese spezielle Art der Abfallentsorgung hinwegzusehen. Wir fragen uns oft, ob das die Chilenen besser als wir können? Es scheint so, denn anders ist es nicht zu erklären, dass sie Abfall an den Orten entsorgen, die sie für ein Picknick wieder aufsuchen. (Das gleiche Phänomen haben wir im Iran erlebt, als wir zu einem Picknick auf einer „Abfallhalde“ eingeladen wurden. Als wir unsere Gastgeber damals entsetzt fragten, ob sie das nicht stört, entgegneten sie «nein», breiteten eine Decke aus und legten die über den Abfall.)

Fast das Gleiche haben wir in den drei Monaten, in denen wir nun Chile bereisen, auch hier erlebt. Suchen wir abends einen schönen, ruhigen Platz (ohne kläffende Hunde, die hier überall anzutreffen sind!), dann treffen wir oft auf einen Abfall- anstatt auf einen Picknick-Platz! Unglaublich, was hier alles entsorgt wird: Sofas, TV-Bildschirme, Kühlschränke und andere unappetitliche Dinge. Einfach nur grässlich.

Wir haben uns gefragt weshalb dem so ist. Vielleicht deshalb, weil das Land so gross und wenig bevölkert ist? Chile hat 756’0000 km2 und 18 Mio. Einwohner. (Hier leben 23 Menschen auf einem Quadratkilometer; in der Schweiz sind es 204). Runde 40 % der Bevölkerung leben im Grossraum Santiago; der Rest verteilt sich auf den schwach besiedelten Norden und Süden. Dazwischen hat es also viel, viel Platz um Abfall zu entsorgen.

Schade, dass die Chilenen ihrem schönen Land nicht besser Sorge tragen!