11. November 2017

Im Herz der Grande Amburgo – im Maschinenraum

Im Maschinen-Kontrollraum

Am 31.10.2017, hatten wir die Möglichkeit, den Maschinenraum zu besichtigen. Wir mussten gutes Schuhwerk, Helm und Ohrenschutz montierten bevor wir mit dem Lift ein paar Stockwerke nach unten begleitet wurden. Nino, ein Italiener aus Neapel, der die Ausbildung zum Chief Engineer absolviert, begleitete uns. Je tiefer wir kamen, desto lärmiger. Mit jedem Schritt in die Tiefe nahm die Wärme zu. Nino sagte uns, dass es im Maschinenraum bis zu 40° heiss sein kann. Kühler war es im Kontrollzentrum, wo es wie in einem Jumbo-Jet aussah. Computerbild-schirme, Konsolen und Messinstrumente wohin man blickte. Ein Wunder, dass hier jemand die Übersicht hat!

Man zeigte uns wie Pumpen, Ventile, Motoren und Generatoren überwacht und per Mausklick gesteuert werden können. Nach dem Kontrollraum, von dem aus das Schiff in einem Notfall auch gesteuert werden kann, ging’s weiter in die Tiefe. Es wurde heiss; der Lärm nahm zu und wäre ohne Ohrenschutz wohl nicht mehr zu ertragen. Rund um uns Rohrleitungen, Generatoren, Pumpen und Filter, die es braucht, um Süsswasser zu erzeugen, die in Betrieb zu halten oder das Schweröl aufzubereiten. Diesel und Schweröl werden in grossen Tanks gelagert, die entsprechend den Bedingungen umgepumpt oder den Motoren zugeführt werden.

Dann sahen wir etwas, was mir besondere Freude bereitete: den Schiffsmotor! Es war ein Sulzer 8-Zylinder, Zweitaktmotor wie uns Nino erklärte. (Vor vielen Jahren habe ich für Sulzer-Schiffsmotoren Werbung gemacht!) Eine mächtige Antriebswelle, so dick wie ein Baumstamm, treibt den Propeller an. Hier unten herrschte ein unheimlicher Lärm, die Erklärungen von Nino, wurden von diesem verschluckt. Das hier unten glich einem Kraftwerk, in welchem Strom erzeugt wurde. Oder einer Fabrikhalle, in der Maschinenteile hergestellt werden! Wohin man blickte Rohre, Pumpen, Generatoren und stampfende Motoren. Es roch nach Öl und Diesel. Kein Tageslicht, keine frische Seeluft. Nur infernalischer Lärm, Gestank und Hitze. Ich bewunderte die Männer, die unter diesen Bedingungen arbeiten – meistens waren es Filipinos. Ohne die würde die weltweite Schifffahrt nicht funktionieren. So wenig wie unsere Restaurant-Küchen ohne Mitarbeiter aus Sri Lanka. Oder Alters- und Pflegeheime ohne Personal aus der Dritten Welt!