20. September 2018

Paradiesisch schön!

Am Montag, 17.9.2018, erreichten wir nach 170 Kilometern Bom Jardin. Das bedeutet so viel wie «Schöner Garten», doch ein solcher sieht anders aus. Dieses staubige Städtchen mit 11’500 Einwohnern ist ein trauriges Kaff. Ausser ein paar wenigen Läden, wo man das Allernotwendigste kaufen kann, gibt es hier nichts zu sehen. Aber dafür ganz in der Nähe!

Wir hörten von einem anderen Reisenden vom Refugio Agua Azul, wenige Kilometer ausserhalb von Bom Jardin. Es tönte vielversprechend; also nichts wie hin! Dort angekommen wurden wir auf Deutsch empfangen. Milton hat deutsche Vorfahren, die vor über hundert Jahren in den Süden von Brasilien ausgewandert sind. Dorthin, wo die Städte Blumenau oder Hohenau heissen. Dorthin, wo es Sauerkraut, Rippchen, Schweinefleisch, Bretzel und «Hackepeter» zu essen gibt. Und gutes Bier zu trinken! (Wir waren vor elf Jahren dort, und wissen von was wir reden!)

Milton zeigte uns den Campingplatz mit einer Hütte, die mit Palmblättern bedeckt ist. Als er uns sagte, dass abends grosse Ameisenbären zu Besuch kommen, war klar, dass wir hierbleiben. Und dabei hatten wir den Fluss noch nicht einmal gesehen! Den sahen wir am folgenden Morgen! Um 7 Uhr machten wir uns auf den Weg. Ein Pfad führte uns eine Viertelstunde durch den Urwald. Von den Baumriesen waren Tucane zu hören; und im Unterholz raschelte es. Eine Anakonda? Oder ein Tapir? Oder ein Jaguar!

Dann kamen wir zum Fluss. Glasklar schlängelte er sich durch den Urwald! Ich kam mir vor wie an der Verzasca – so wie sie sich vor fünfzig Jahren präsentierte. Also ohne Hunderte von Deutschen! (Ich liebe sie, wenn sie nicht in Massen auftreten – aber das Gleiche lässt sich von den Schweizern auch sagen!) Das Wasser war mit 27° C erfrischend angenehm. Milton hatte uns Fischfutter mitgegeben. Nach dem schnappten die bis zu vierzig Zentimeter langen Fische. Manchmal zusätzlich auch einen kleinen Fisch, der sich am Fischfutter gütlich tat! Pech gehabt!

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