16. November 2017

Gesichtskontrolle in Paranagua

Schön, so weit zu sehen

Am 11.11.2017, um 4.30 Uhr, liefen wir in Paranagua ein. Für einmal bekamen wir nichts davon mit, da wir selig schliefen. Am Abend vorher hat ein gewaltiges Gewitter stattgefunden; das erste seit wir an Bord sind. Es regnete wie aus Kübeln; so wie es nur in Südamerika regenen kann, wenn sich die Schleusen öffnen. Am nächsten Morgen war der Himmel immer noch mehr grau als blau. Doch nach dem Frühstück hellte er sich auf. Der Landgang führte uns zur Policia Federal. Dorthin wurden wir gebracht, um unsere Pässe abstempeln zu lassen. Was eine Sache von einer Viertelstunde maximal gewesen wäre, dauerte fast 90 Minuten! Was der Polizist in dieser Zeit mit unseren zehn Pässen machte, entzieht sich unseren Kenntnissen. Sicher ist nur, dass hier der Amtsschimmel ganz, ganz laut gewiehert hat!

Als wir das Drehkreuz passierten um den Hafen zu verlassen, blieb einer von uns stecken! Natürlich war das ich! Aber nicht wegen dem Bauchumfang, der auch zugenommen hat – wir essen drei Mal pro Tag – sondern weil die Automatik den Geist aufgab. Ich stand so plötzlich hinter Gitterstäben! Das brachte mich zum Vergleich, dass eigentlich Temer, Rouseff und Lula da Silva hinter Gitter gehören. Und nicht ich. Obwohl meine Aussage mehr Esperanto als Portugiesisch war, verstanden es die Polizisten und mussten laut lachen. Man spürt hier in Brasilien allenthalben, dass die Brasilianer mehr als genug von ihrer korrupten Regierung haben. Es wird interessant sein, zu erfahren, was bei den nächsten Wahlen herauskommt. Hört man auf die „Stimme des Volkes“, was ich immer tue, wenn ich Gelegenheit dazu habe, dann wünschen die Brasilianer die ganze Politikerkaste in die Hölle! Oder hinter Gitter! Es scheint, als ob die Brasilianer definitiv genug von ihren korrupten Politikern hätten.

Um 15.30 Uhr waren wir im Hafen zurück. Dort schauten wir zu, wie ein neuer Scania-LKW aus dem Schiff bugsiert wurde, weil er nicht mehr ansprang. Und was wir da sahen, liess mich zum Schluss kommen, dass ich nie, aber auch gar nie, ein Auto ohne Begleitung auf ein Schiff stellen würde. Es sei denn, dass es in einem Container transportiert wird! Die Grande Amburgo sollte um 16 Uhr auslaufen, doch wie meistens wurde es später. Heute waren es fast drei Stunden. Um 18.30 Uhr liefen wir bei schönstem Wetter aus. Eine gute Stunde später ging der Lotse von Bord und wir nahmen Kurs nach Zarate, das hinter Buenos Aires liegt. Dieser Hafen liegt runde 1’400 Kilometer Luftlinie von hier entfernt und wir werden erst am nächsten Dienstag dort eintreffen. Es ist geplant, dass wir dort zwei tage Aufenthalt haben bevor es dann zurück nach Montevideo geht. Dort sollten wir am kommenden Freitag, 17.11.2017, ankommen; und das um 6 Uhr morgens. Doch bis dann fliesst noch viel Wasser den Rhein hinunter…