11. September 2018

Jaguare in Sicht!

A beautiful beast

Es war dunkel, die Sterne funkelten am Himmel und die Moskitos schliefen noch, als wir um 5 Uhr aufstanden. Um 6 Uhr startete unsere Tour mit einem schnellen Motorboot, in dem ausser uns noch zwei Franzosen und Tijuné, der Guide sassen. Im 35 km/h Tempo schoss das Boot über den träge und braun dahin fliessenden Rio Cuiabà. Dreiviertel Stunden später bogen wir in einen Nebenfluss ab und folgten ihm für eine weitere Viertelstunde. Dann stiessen wir auf den ersten Jaguar – und was für ein Prachtexemplar! Man hätte meinen können, dass er fürs Posieren bezahlt ist, denn er zeigte sich von allen und seinen besten Seiten.

Auf der Weiterfahrt bestaunten wir Reiher, Kormorane, Ibisse, Jabiru-Störche und Giant Kingfisher, die in den Bäumen sassen. Dann tauchten auf der rechten Flussseite Boote auf, die am Ufer dümpelten. Wir wussten, was das bedeutet: Jaguare! Dieses Mal waren es eine Mutter und ihr Junges. Sie sassen oberhalb der Uferböschung und trotteten dann flussabwärts durchs Gebüsch. Was für eine Überraschung als sie in den Fluss stiegen und sich treiben liessen. Auf einer Sandbank gingen die beiden an Land, schüttelten sich, trotteten ein paar Meter weiter und stiegen wieder ins Wasser. Dass Jaguare sehr gute Schwimmer sind, realisierten wir, als sie den Fluss überquerten! Man sah nur die Köpfe aus dem Wasser ragen.

Weiter flussaufwärts folgte ein weiteres Treffen mit diesen wunderschönen Grosskatzen. Zwei junge Männchen waren auf der anderen Flussseite am Spielen. Auch sie schwammen wenig später auf die andere Flussseite. Voll mit einzigartigen Eindrücken flitzten wir danach nach Porto Jofre zurück zum Mittagessen. Das Buffet liess uns das Wasser im Mund zusammenlaufen: Feijoada, ein typisch brasilianisches Bohnengericht, Maniok, Poulet, Fisch, Fleisch und Salat. Zum Dessert gab’s kandierte Früchte, Dulce de Leite (Caramel-Crème!) und Schlagrahm! Nach einer kurzen Siesta ging’s um 14 Uhr auf die zweite Tour an diesem Tag.

Wir düsten flussaufwärts und bogen dann in den Rio Piriqui ab. Eine Stunde später trafen wir auf einen Jaguar. Er räkelte sich auf einer Sandbank an der Sonne und schien auf uns zu warten. Wir bestaunten ihn so lange, bis unser Guide das Zeichen zur Weiterfahrt gab. Was er uns wohl noch zeigen wollte? Es war der siebte (!) Jaguar, den wir an diesem Tag zu sehen bekamen. Wir bestaunten ihn über eine Stunde. Hätte Tijuné uns nicht zur Rückreise ermahnt, wären wir dort wohl jetzt noch dort…

Zum Thema Jaguar: Jaguare gehören zur Familie der Grosskatzen. Sie sind gefährdet und wurden in Brasilien bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts gejagt. Die grösste Gefahr heute ist der Verlust ihres Habitats. 1-7 Jaguare teilen sich im Pantanal ein Gebiet von hundert oder mehr Quadratkilometern. Heute kommt der Jaguar fast nur noch in Mittel- und Südamerika vor.

Jaguare sind Einzelgänger und tun sich wie alle Grosskatzen – mit Ausnahme der Löwen – nur zur Paarung zusammen. Sie sind Opportunisten in Sachen Futter und vertilgen in Brasiliens Pantanal vor allem Capybaras, Tapire, Kaimane, Gürteltiere aber auch Ameisenbären. Ihre Vorliebe für Schildkröten, Kaimane, Fische und Wasserschweine (Capybaras) ist vermutlich der Grund, weshalb sie die Nähe von Gewässern bevorzugen. (Quelle: Wikipedia)