5. März 2020

IM COPPER CANYON

Deeper and greener as the Grand Canyon

Der Hahn weckte nicht nur uns, sondern auch unsere Gastgeber. Wir hatten Mühe ohne Frühstück mit ihnen loszufahren. Wir überzeugten Saul mit dem Argument, dass wir bis Urique noch fünf Stunden unterwegs sein werden. (Aufgrund der gestrigen Erfahrung wussten wir, dass wir mit den vielen Fotostopps nicht mehr als zehn Kilometer pro Stunde schaffen!)

«Vaya con dios!» tönte es, als wir losfuhren. Die nächsten zwei Stunden ging’s weiter bergauf. Die Piste war steil und führte hin und wieder durch einen Flusslauf. Später fuhren wir durch Fichtenwald; Kakteen waren keine mehr zu sehen. Auf über 2’000 Metern trafen wir auf ein desolates Minenstädtchen. Alles war mit Staub bedeckt; überall Schrott und verrostete Fahrzeuge. Und hier wohnen Menschen! Aber nicht in Häusern, sondern in schäbigen Hütten. Wenn man hier geboren wird, dann weiss man, wo man arbeiten und wo man begraben wird! Was für ein Leben!

Die staubige Piste war mit leeren Tecate-Bierdosen flankiert. (Brigitta meinte, dass diese wie Kilometersteine aussehen!) Eine Stunde später erreichten wir Mesa Arturo, das auf 2’400 Metern liegt. Kurz danach sticht die Piste in die Tiefe. Auf zwanzig Kilometern führt sie in stetem Zick-Zack-Kurs von 2’400 auf 550 Meter in den Schlund des Copper Canyon. Hier unten, am gleichnamigen Fluss, liegt Urique. Das war unser Ziel, das wir am 1. März 2020, um 15 Uhr, erreichten.

Zum Thema Copper Canyon: Ein Labyrinth von sechs grossen Canyons erstreckt sich über eine Fläche vier Mal grösser als der Grand Canyon. Und man kann ihn bis auf den Grund befahren!